Man(n) lernt reiten: (Quelle siehe Link unten)
<<Reiten ist ziemlich einfach, weil das Pferd die Arbeit ( Bewegung ) übernimmt. Wer das glaubt, darf jetzt den nächsten Artikel, z.B. zum Thema „Atombombenbau“ anklicken, denn dies ist zugegeben schwerer.
Nachdem jetzt 95 % aller Besucher weggeklickt haben, sind wir unter uns und können uns ernsthaft dieser sehr schwierigen Sportart widmen. Natürlich wird niemand zugeben, dass ausgerechnet sein Hobbysport leicht wäre – er würde seine Sportart geradezu entwerten. Deshalb behaupte ich hier, ohne jemanden zu überraschen : Reiten ist eine der SCHWERSTEN Sportarten überhaupt.
Was haben ein Tennisschläger und ein Pferd gemein ? Natürlich NICHTS ! ( Blöde Frage ...... )
Schwer ist das Reiten zunächst deshalb, weil der unberechenbare und schwer steuerbare Faktor „PFERD“ die Sache ungeheuer verkompliziert. Ein Tennisschläger ist leichter vorauszuberechnen. Wann eine Atombombe explodiert, kann man einstellen, wann ein Pferd explodiert ...... davon später.
Meine erste Flugstunde oder : John Wayne konnte es besser
In meiner ersten Reitstunde vor 20 Jahren wollte ich eigentlich nur beweisen, dass ich das gleiche kann wie die anderen 10 – 50 Jahre alten Mädels, nämlich `raufkommen in den Sattel und oben bleiben – genau wie John Wayne. Lange genug hat mich der Reitlehrer gegängelt, ich solle nicht immer nur zuschauen.
Mein Kamerad hiess SANDRO und war ein routiniertes Schulpferd, das schnell merkte, was für ein blutiger Anfänger da im Sattel um`s nackte Überleben kämpfte. Von oben sah alles mächtig hoch aus und mir kam die physikalische Formel für den freien Fall in den Sinn, worüber ich gerade eine Klassenarbeit geschrieben hatte.
Ich hatte aber gar keine Zeit, in die Hose zu machen oder den Taschenrechner auszupacken, da entschied SANDRO bereits, dass wir uns kurzfristig im „gegenseitigen Einvernehmen“ wieder trennen sollten.
Er machte aus dem Trab heraus eine Vollbremsung, weil er sich dringend mit den Nüstern am Fuß schubbern „musste“. Ich nutzte die Gelegenheit, die Segelflugeigenschaften des menschlichen Körpers auszutesten und kam zum Ergebnis, dass eine Motor-CESSNA es besser könne als ich.
Der Aufprall war recht UNKOMFORTABEL , gab mir aber Gelegenheit, den Helden zu spielen, was der Reitlehrer anerkennend zur Kenntnis nahm. Ich biß die Zähne zusammen und kämpfte mich sofort zurück in den Sattel.
„Gallopieren tun wir dann in der nächsten Stunde“, meinte der Reitlehrer. SANDRO hörte NUR das magische Wort mit dem „G“ am Anfang und schon beschleunigte er wie Space Shuttle auf der Startrampe.
Ich mach`s kurz : mein Kampf dauerte lang ...... endlose ( geschätzte ) 30 Sekunden eierte ich im Sattel herum und versuchte die Physik der Schwerkraft zu überlisten, was im großen und ganzen auch gelang. Nur SANDRO konnte ich nicht überlisten, besser gesagt, seine Haken !
Den „Komfort“ meines ersten Sturzes unterbot ich diesmal deutlich, da ich der Länge nach auf dem Rücken landete, was mir die Sprache raubte. Durch den Nebel von Schmerzen, Luftnot und fehlender Orientierung hörte ich den Reitlehrer murmeln „Wir hätten besser noch`ne Longe vorher gemacht“.
Dem habe ich innerlich uneingeschränkt zugestimmt, obwohl ich gar nicht wusste, was „ne Longe“ ist. Aber mein Gefühl sagte mir : Wäre wohl besser gewesen.>>
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